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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Mortadella ist in der Schwangerschaft grundsätzlich erlaubt. Sie gehört zu den Brühwürsten und wird bei der Herstellung durcherhitzt. Das tötet Listerien und Toxoplasmose-Erreger ab. Ein Restrisiko entsteht erst danach: beim Aufschneiden, Verpacken und langen Lagern. Frische Ware, kurze Lagerzeit und ein kalter Kühlschrank machen den Genuss sicherer.
Das Wichtigste in Kürze
- Mortadella ist eine gegarte Brühwurst und keine Rohwurst.
- Listerien können nach dem Garen auf den Aufschnitt gelangen.
- Geöffnete Packungen innerhalb von zwei bis drei Tagen aufbrauchen.
- Erhitzte Mortadella, etwa auf Pizza, gilt als am sichersten.
Mortadella in der Schwangerschaft: Warum sie erlaubt ist
Mortadella stammt ursprünglich aus Bologna. Sie besteht aus fein zerkleinertem Schweinefleisch mit sichtbaren Speckwürfeln. Manche Sorten enthalten Pistazien oder Pfeffer. Die Wurstmasse wird in große Hüllen gefüllt und lange gegart. Damit zählt Mortadella zur selben Gruppe wie Fleischwurst, Lyoner oder Jagdwurst.
Für Schwangere ist diese Einordnung entscheidend. Rohwürste wie Salami, Teewurst oder frische Mettwurst reifen ohne Hitze. In ihnen können Listerien und Toxoplasmen überleben. Das Netzwerk Gesund ins Leben rät Schwangeren deshalb von Rohwurst und Rohschinken ab. Gebrühte Produkte wie Jagdwurst oder Kochschinken nennt es als bessere Wahl. Mortadella fällt in diese zweite Gruppe.
Kurzantwort: Ja, Mortadella ist in der Schwangerschaft erlaubt. Als gegarte Brühwurst ist sie deutlich sicherer als Salami oder Rohschinken.
Das Restrisiko: Listerien im Aufschnitt
Listerien sind Bakterien, die in der Umwelt weit verbreitet sind. Für Erwachsene verläuft eine Infektion oft mild. In der Schwangerschaft kann der Erreger auf das ungeborene Kind übergehen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nennt als mögliche Folgen Früh- oder Fehlgeburten. Schwangere selbst haben dabei oft nur grippeähnliche Beschwerden.
Das Garen tötet Listerien in der Wurst ab. Beim Aufschneiden an der Theke oder in der Fabrik können sie aber erneut auf die Scheiben gelangen. Das BfR weist auf eine Besonderheit hin: Listerien vermehren sich auch bei Kühlschranktemperatur langsam. Nach dem Erhitzen fehlt die natürliche Bakterienflora, die sie sonst bremst. Lange Lagerzeiten sind deshalb das eigentliche Problem.
So wird Mortadella in der Schwangerschaft sicherer
- Frisch kaufen: Fertigpackungen lange vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums wählen.
- Kleine Mengen nehmen: Nur so viel kaufen, wie in zwei bis drei Tagen gegessen wird.
- Stückware bevorzugen: Ein Stück Mortadella hat weniger Oberfläche als dünne Scheiben.
- Kalt lagern: Den Kühlschrank auf höchstens 7 °C stellen, besser unter 5 °C.
- Geöffnete Packungen gut verschließen und zügig aufbrauchen.
Die Empfehlung zur Stückware stammt von Gesund ins Leben. Aufschnitt bietet Bakterien mehr Fläche. Wer eine Mortadella am Stück kauft, schneidet die Scheiben am besten erst kurz vor dem Essen ab.
An der Wursttheke lohnt sich die Frage nach frisch angeschnittener Ware. Viele Theken schneiden auf Wunsch auch ein kleines Stück ab. Zu Hause gehört die Wurst sofort in den Kühlschrank. Im Sommer hilft eine Kühltasche auf dem Heimweg. Aufschnitt, der länger auf dem warmen Frühstückstisch lag, sollte nicht zurück in die Packung wandern.
Kurzantwort: Geöffnete Mortadella gehört in den Kühlschrank und sollte innerhalb von zwei bis drei Tagen gegessen werden.
Erhitzt ist am sichersten
Wer ganz sichergehen will, erhitzt die Mortadella. Das BfR rät, eine Kerntemperatur von mindestens 70 °C für zwei Minuten zu erreichen. Das klappt gut in warmen Gerichten:
- Mortadella in Streifen auf der Pizza mitbacken.
- Gewürfelt in Nudelsoße oder Rührei mitgaren.
- Als Füllung in überbackenen Tortellini oder Aufläufen.
- Kurz in der Pfanne anbraten, bis die Ränder knusprig sind.
Kalte Mortadella auf der Pizza nach dem Backen zählt nicht als erhitzt. Das gilt auch für Pizza-Varianten mit Mortadella, Burrata und Pistazien, die erst nach dem Backen belegt werden.
Mortadella im Vergleich zu anderen Wurstsorten
| Wurst | Art | In der Schwangerschaft |
|---|---|---|
| Mortadella | Brühwurst | erlaubt, frisch und gut gekühlt |
| Fleischwurst, Lyoner | Brühwurst | erlaubt, frisch und gut gekühlt |
| Kochschinken | Kochpökelware | erlaubt, am besten am Stück |
| Salami | Rohwurst | besser meiden, außer erhitzt |
| Teewurst, frische Mettwurst | streichfähige Rohwurst | meiden |
| Parmaschinken | Rohschinken | besser meiden, außer erhitzt |
Weitere Sorten im Einzelcheck: Gelbwurst in der Schwangerschaft und Wiener Würstchen in der Schwangerschaft.
Wie viel Mortadella ist in Ordnung?
Eine feste Obergrenze gibt es nicht. Mortadella ist allerdings fett- und salzreich. In einer ausgewogenen Ernährung bleibt sie deshalb eine Beilage und kein tägliches Grundnahrungsmittel. Ein paar Scheiben auf dem Brot oder im Pastagericht passen gut in den Speiseplan. Wer Appetit auf Wurst hat, kann zwischen Mortadella, Kochschinken und magerem Geflügelaufschnitt abwechseln.
Fazit
Mortadella ist in der Schwangerschaft erlaubt, weil sie gegart ist. Das Risiko liegt im Aufschnitt, der nach dem Garen verunreinigt werden kann. Frisch kaufen, kalt lagern und in zwei bis drei Tagen aufbrauchen senkt dieses Risiko deutlich. Am sichersten ist Mortadella, die im Gericht richtig heiß wird.
FAQ – Häufige Fragen
Ist Mortadella eine Rohwurst?
Nein. Mortadella ist eine Brühwurst und wird bei der Herstellung gegart.
Darf man Mortadella mit Pistazien in der Schwangerschaft essen?
Ja. Die Pistazien ändern nichts an der Einordnung als gegarte Brühwurst.
Ist abgepackte Mortadella sicherer als Theke?
Beides kann nach dem Garen verunreinigt werden. Wichtiger sind Frische, Kühlung und kurze Lagerzeit.
Wie lange hält geöffnete Mortadella?
Im Kühlschrank sollte sie innerhalb von zwei bis drei Tagen gegessen werden.
Tötet Einfrieren Listerien ab?
Nein. Listerien überleben das Einfrieren laut BfR. Nur Erhitzen tötet sie sicher ab.
Ist Mortadella auf Pizza erlaubt?
Ja, wenn sie mitgebacken wird. Nach dem Backen aufgelegte Scheiben gelten als kalter Aufschnitt.
Kann Mortadella Toxoplasmose übertragen?
Durch das Garen werden Toxoplasmose-Erreger abgetötet. Das Risiko gilt vor allem für rohes Fleisch und Rohwurst.
Welche Anzeichen hat eine Listeriose?
Oft grippeähnliche Beschwerden wie Fieber und Muskelschmerzen. Bei Verdacht sollte die Frauenarztpraxis informiert werden.
Ist Mortadella in der Stillzeit erlaubt?
Ja. Die strengen Regeln zu Listerien gelten vor allem für die Schwangerschaft.
Welche Wurst ist in der Schwangerschaft tabu?
Vor allem Rohwurst wie Teewurst, frische Mettwurst und Salami sowie roher Schinken.
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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Quellen
- BfR: Verbrauchertipps zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen mit Listerien
- Gesund ins Leben: Listeriose und Toxoplasmose in der Schwangerschaft
Von Milena Fust, Redaktion elternerlebnis.de. Rechtliche Angaben werden am Gesetzestext geprueft.





