Schwangerschaftsnase: Warum sich die Nase in der Schwangerschaft verändert

Veröffentlicht am 27.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Die Schwangerschaftsnase entsteht durch steigende Hormonspiegel, die Schleimhäute in der Nase stärker durchbluten und anschwellen lassen. Mediziner nennen sie Schwangerschaftsrhinitis oder Rhinopathia gravidarum, betroffen ist etwa ein Drittel aller Schwangeren. Der folgende Text erklärt die Ursachen und zeigt, welche Maßnahmen ohne Risiko helfen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Etwa ein Drittel der Schwangeren entwickelt eine verstopfte Nase durch Hormone.
  • Auslöser sind steigende Spiegel von Östrogen und Progesteron.
  • Die Beschwerden sind weder ansteckend noch gefährlich für das Baby.
  • Nach der Geburt klingen die Symptome meist innerhalb weniger Wochen ab.

Was ist eine Schwangerschaftsnase

Mit Schwangerschaftsnase ist eine anhaltend verstopfte oder laufende Nase gemeint, die ohne Erkältung oder Allergie auftritt. Mediziner sprechen von Schwangerschaftsrhinitis oder Rhinopathia gravidarum. Anders als bei einem echten Schnupfen steckt keine Infektion dahinter, weshalb die Beschwerden auch nicht ansteckend sind.

Häufig beginnt die verstopfte Nase im zweiten Schwangerschaftsdrittel und verstärkt sich zum Ende der Schwangerschaft hin. Nach der Geburt verschwindet sie in der Regel innerhalb weniger Wochen von selbst wieder.

Warum sich die Nase in der Schwangerschaft verändert

Verantwortlich sind die stark ansteigenden Spiegel von Östrogen und Progesteron. Diese Hormone erhöhen die Durchblutung der Schleimhäute im gesamten Körper, besonders deutlich in der Nase. Die Nasenschleimhaut schwillt an, weil die Nasenlöcher im Verhältnis zur Schleimhautfläche eher klein sind.

Zusätzlich steigt während der Schwangerschaft die gesamte Blutmenge im Körper deutlich an. Auch das trägt zur Schwellung der Schleimhäute bei. Raucherinnen und Frauen mit einer Hausstaubmilbenallergie sind häufiger und stärker betroffen als andere Schwangere.

Kurzantwort: Steigende Hormonspiegel lassen die Nasenschleimhaut stärker durchbluten und anschwellen, dadurch entsteht die typische Schwangerschaftsnase ohne Infektion.

Symptome der Schwangerschaftsrhinitis

Typisch ist eine dauerhaft verstopfte Nase, teilweise begleitet von klarem Naseneausfluss, häufigem Niesen und einem Druckgefühl im Gesicht. Manche Frauen bemerken auch nächtliches Schnarchen, weil die Nasenatmung erschwert ist.

Von einem echten Infekt unterscheidet sich die Schwangerschaftsnase durch das Fehlen von Fieber, Gliederschmerzen oder starkem Krankheitsgefühl. Halten die Beschwerden trotzdem länger als zwei Wochen an oder kommt Fieber hinzu, lohnt sich eine ärztliche Abklärung, ähnlich wie bei anhaltenden Veränderungen im Körper während der Schwangerschaft.

Was ohne Medikamente hilft

Nasenspülungen mit isotonischer Kochsalzlösung befeuchten die Schleimhaut und spülen Reizstoffe aus. Ein Luftbefeuchter im Schlafzimmer wirkt der trockenen Heizungsluft entgegen und lindert die Beschwerden zusätzlich. Auch ein leicht erhöhtes Kopfteil beim Schlafen erleichtert die Atmung durch die Nase.

Ausreichend trinken, moderate Bewegung und das Meiden von Reizstoffen wie Tabakrauch oder starken Duftstoffen unterstützen die Schleimhäute zusätzlich. Viele Schwangere berichten außerdem, dass die Seitenlage, besonders auf der linken Seite, die Nachtruhe verbessert.

Kurzantwort: Nasenspülungen mit Kochsalzlösung, ein Luftbefeuchter und erhöhtes Schlafen lindern die Schwangerschaftsnase ohne den Einsatz von Medikamenten.

Nasenspray in der Schwangerschaft: Was zu beachten ist

Abschwellende Nasensprays wirken zwar rasch, sollten in der Schwangerschaft aber nur kurzzeitig und nach Rücksprache mit einer Ärztin, einem Arzt oder in der Apotheke verwendet werden. Bei längerer Anwendung gewöhnt sich die Schleimhaut daran, und die Beschwerden verschlimmern sich anschließend oft.

Welches Präparat in welcher Menge im Einzelfall infrage kommt, klärt am besten die Apotheke vor Ort, da sich Wirkstoffe und Anwendungsdauer je nach Situation unterscheiden. Feuchtigkeitsspendende Präparate auf Basis von Dexpanthenol oder reine Nasenpflege ohne abschwellende Wirkstoffe gelten dagegen als unbedenklichere Alternative für den Alltag.

Wann ein Arztbesuch sinnvoll ist

Eine harmlose Schwangerschaftsnase braucht in der Regel keine ärztliche Behandlung. Anders sieht es aus, wenn zusätzlich Fieber, starke Kopfschmerzen im Bereich der Nebenhöhlen oder ein grünlicher Ausfluss auftreten. Diese Zeichen sprechen eher für eine bakterielle Infektion, die behandelt werden sollte.

Auch bei starkem nächtlichem Schnarchen mit Atemaussetzern empfiehlt sich eine Rücksprache mit der behandelnden Praxis, da dauerhafter Sauerstoffmangel während des Schlafs sowohl Mutter als auch Kind belasten kann.

Alltagstipps gegen die verstopfte Nase

Ein Spaziergang an der frischen Luft öffnet die Atemwege oft spürbar, besonders am Morgen nach einer unruhigen Nacht. Im Büro oder zu Hause hilft regelmäßiges Stoßlüften gegen trockene Heizungsluft, die die Schleimhäute zusätzlich reizt.

Warme Getränke wie Kräutertee unterstützen die Schleimhäute von innen und lösen zähen Schleim leichter. Auf stark parfümierte Reinigungsmittel und Raumsprays sollte in dieser Zeit möglichst verzichtet werden, da sie die gereizte Nase zusätzlich belasten können.

Beim Sport gilt: moderate Bewegung wie zügiges Gehen oder Schwimmen fördert die Durchblutung und kann die Nasenatmung sogar verbessern. Intensive Anstrengung sollte dagegen mit der behandelnden Praxis abgestimmt werden, besonders wenn ohnehin ein empfindlicher Kreislauf besteht.

Fazit

Die Schwangerschaftsnase ist eine hormonell bedingte, harmlose Begleiterscheinung, die viele Frauen in der zweiten Schwangerschaftshälfte begleitet. Nasenspülungen, ein Luftbefeuchter und der bewusste Verzicht auf Reizstoffe lindern die Beschwerden meist zuverlässig, bis sich der Körper nach der Geburt wieder umstellt.

FAQ – Häufige Fragen

Was ist eine Schwangerschaftsnase?

Damit ist eine anhaltend verstopfte Nase gemeint, die durch hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft entsteht und keine Infektion darstellt.

Wie viele Schwangere sind betroffen?

Schätzungen zufolge entwickelt etwa ein Drittel aller Schwangeren eine Schwangerschaftsrhinitis, häufig ab dem zweiten Trimester.

Ist die Schwangerschaftsnase ansteckend?

Nein, da keine Infektion vorliegt, besteht keine Ansteckungsgefahr für andere Personen.

Wann verschwindet die verstopfte Nase wieder?

Bei den meisten Frauen klingen die Beschwerden innerhalb weniger Wochen nach der Geburt von selbst ab.

Welche Hausmittel helfen gegen die verstopfte Nase?

Nasenspülungen mit Kochsalzlösung, ein Luftbefeuchter und ausreichend Flüssigkeit lindern die Beschwerden ohne Medikamente.

Darf man in der Schwangerschaft Nasenspray verwenden?

Eine kurzzeitige Anwendung gilt nach Rücksprache mit der Apotheke oder Praxis meist als vertretbar, eine dauerhafte Nutzung sollte vermieden werden.

Woran erkennt man den Unterschied zu einer echten Erkältung?

Bei der Schwangerschaftsnase fehlen typischerweise Fieber, Gliederschmerzen und ein starkes Krankheitsgefühl.

Warum sind Raucherinnen häufiger betroffen?

Tabakrauch reizt die ohnehin empfindlichere Schleimhaut zusätzlich und verstärkt die hormonell bedingte Schwellung.

Kann die Schwangerschaftsnase das Baby gefährden?

Nein, die Beschwerden gelten als harmlos für das ungeborene Kind, solange keine zusätzliche Infektion vorliegt.

Was tun bei starkem Schnarchen durch die verstopfte Nase?

Eine erhöhte Schlafposition und Nasenspülungen helfen oft. Treten dabei Atemaussetzer auf, sollte das mit der behandelnden Praxis besprochen werden.

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Quellen

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