Impfungen in der Schwangerschaft: Diese empfiehlt die STIKO

Veröffentlicht am 26.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Während einer Schwangerschaft empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) gezielt zwei Impfungen: gegen Grippe und gegen Keuchhusten. Beide Impfstoffe gelten als inaktiviert und damit als sicher für die werdende Mutter und das ungeborene Kind. Andere Impfungen, etwa gegen Masern oder Röteln, sollten dagegen schon vor der Schwangerschaft abgeschlossen sein.

Das Wichtigste in Kürze

  • STIKO empfiehlt in der Schwangerschaft Grippe- und Keuchhusten-Impfung
  • Grippeimpfung ab dem 2. Trimenon, bei Risiko schon ab dem 1. Trimenon
  • Keuchhusten-Impfung einmalig ab der 28. Schwangerschaftswoche
  • Lebendimpfstoffe wie gegen Masern oder Röteln sind vor der Schwangerschaft fällig

Welche Impfungen in der Schwangerschaft empfohlen werden

Die STIKO spricht für Schwangere zwei konkrete Empfehlungen aus. Die Grippeimpfung schützt vor schweren Verläufen einer Influenza-Infektion, die in der Schwangerschaft häufiger auftreten als bei nicht schwangeren Frauen gleichen Alters. Die Keuchhusten-Impfung schützt dagegen vor allem das Neugeborene, das in den ersten Lebensmonaten noch keinen eigenen Impfschutz aufbauen kann.

Beide Impfstoffe enthalten keine vermehrungsfähigen Erreger, gelten also als inaktivierte Impfstoffe. Diese Eigenschaft macht sie in der Schwangerschaft grundsätzlich anwendbar, während Lebendimpfstoffe während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden dürfen.

Kurzantwort: Die STIKO empfiehlt in der Schwangerschaft die Grippeimpfung und die Keuchhusten-Impfung. Beide Impfstoffe sind inaktiviert und gelten deshalb als unbedenklich.

Grippeimpfung: Zeitpunkt und Begründung

Allen Schwangeren wird die Grippeimpfung ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel dringend empfohlen. Besteht durch eine Grunderkrankung ein erhöhtes gesundheitliches Risiko, rät die STIKO bereits im ersten Trimenon zur Impfung. Hintergrund ist, dass eine Influenza-Infektion in der Schwangerschaft schwerer verlaufen kann als außerhalb dieser Zeit, unter anderem wegen der veränderten Immunlage und der zusätzlichen Belastung von Herz und Lunge.

Die Grippeimpfung schützt zudem indirekt das Neugeborene. Über die Plazenta gelangen Antikörper der Mutter zum Kind, sodass auch der Säugling in den ersten Lebensmonaten einen gewissen Basisschutz vor schweren Grippeverläufen mitbekommt.

Keuchhusten-Impfung: Warum jede Schwangerschaft zählt

Bei der Pertussis-Impfung rät die STIKO zu einem festen Zeitfenster: möglichst früh im letzten Schwangerschaftsdrittel, ab der 28. Schwangerschaftswoche. Ist eine Frühgeburt wahrscheinlich, kann die Impfung auch schon im zweiten Trimenon erfolgen, damit ausreichend Zeit für den Aufbau der Antikörper bleibt.

Besonders wichtig: Die Impfung soll in jeder Schwangerschaft erneut erfolgen, unabhängig davon, wann die Mutter zuletzt gegen Keuchhusten geimpft wurde. Nur so stellt der Körper für jedes einzelne Kind ausreichend Antikörper bereit. Studien zeigen, dass sich durch die Impfung der Mutter das Risiko für Neugeborene, in den ersten drei Lebensmonaten an Keuchhusten zu erkranken, um rund 90 Prozent verringert.

Kurzantwort: Die Keuchhusten-Impfung soll ab der 28. Schwangerschaftswoche erfolgen und in jeder Schwangerschaft wiederholt werden. Sie senkt das Erkrankungsrisiko für Neugeborene um etwa 90 Prozent.

Impfungen, die vor der Schwangerschaft sinnvoll sind

Lebendimpfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken dürfen während der Schwangerschaft nicht gegeben werden. Wer eine Schwangerschaft plant, sollte deshalb rechtzeitig vorher den eigenen Impfstatus überprüfen lassen. Fehlt der Schutz gegen eine dieser Krankheiten, empfiehlt sich die Impfung mindestens einen Monat vor Beginn der Schwangerschaft, um ausreichend Sicherheitsabstand einzuhalten.

Ein vollständiger Impfschutz vor der Schwangerschaft schützt die werdende Mutter selbst und verringert gleichzeitig das Risiko einer Ansteckung des ungeborenen Kindes über Krankheiten, die in der Schwangerschaft besonders gefährlich verlaufen können, etwa Röteln im ersten Trimenon.

Überblick der Impfempfehlungen

Impfung Zeitpunkt Impfstofftyp
Grippe ab 2. Trimenon, bei Risiko ab 1. Trimenon inaktiviert
Keuchhusten ab SSW 28, in jeder Schwangerschaft inaktiviert
Masern, Mumps, Röteln, Windpocken vor der Schwangerschaft Lebendimpfstoff

Kosten und Übernahme durch die Krankenkasse

Alle von der STIKO empfohlenen Impfungen gehören zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Für Schwangere entstehen dadurch in der Regel keine zusätzlichen Kosten für Grippe- oder Keuchhusten-Impfung. Der genaue Ablauf und der ideale Zeitpunkt lassen sich am besten im persönlichen Gespräch mit der behandelnden Frauenarztpraxis klären, da individuelle Faktoren wie Vorerkrankungen oder der bisherige Impfstatus mit einfließen.

Fazit

Grippe- und Keuchhusten-Impfung gehören zu den zentralen Impfempfehlungen für Schwangere in Deutschland. Beide Impfstoffe gelten als sicher, schützen Mutter und Kind gezielt und werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Andere Impfungen, insbesondere gegen Masern, Mumps und Röteln, gehören dagegen in die Zeit vor der Schwangerschaft.

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Impfungen in der Schwangerschaft hilft die behandelnde Frauenarztpraxis individuell weiter.

FAQ – Häufige Fragen

Welche Impfungen empfiehlt die STIKO in der Schwangerschaft?

Empfohlen werden die Grippeimpfung und die Keuchhusten-Impfung. Beide gelten als inaktivierte Impfstoffe und damit als sicher in der Schwangerschaft.

Ab wann sollte die Grippeimpfung erfolgen?

Grundsätzlich ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel. Bei erhöhtem gesundheitlichem Risiko rät die STIKO schon ab dem ersten Trimenon zur Impfung.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Keuchhusten-Impfung?

Am besten möglichst früh im letzten Schwangerschaftsdrittel, ab der 28. Schwangerschaftswoche. Bei drohender Frühgeburt kann die Impfung auch früher erfolgen.

Muss die Keuchhusten-Impfung bei jeder Schwangerschaft wiederholt werden?

Ja, die STIKO empfiehlt die Impfung in jeder einzelnen Schwangerschaft. Nur so entsteht für jedes Kind ausreichender Schutz durch mütterliche Antikörper.

Wie stark senkt die Impfung das Keuchhustenrisiko beim Baby?

Studien zeigen eine Risikosenkung von etwa 90 Prozent für Erkrankungen in den ersten drei Lebensmonaten. Der Schutz entsteht durch Antikörper, die über die Plazenta übertragen werden.

Dürfen Lebendimpfstoffe in der Schwangerschaft gegeben werden?

Nein, Lebendimpfstoffe wie gegen Masern, Mumps, Röteln oder Windpocken sind während der Schwangerschaft nicht erlaubt. Sie sollten schon vorher aufgefrischt werden.

Wie lange vor der Schwangerschaft sollten Lebendimpfstoffe erfolgen?

Empfohlen wird ein Abstand von mindestens einem Monat zwischen Impfung und Beginn der Schwangerschaft. So bleibt ausreichend Sicherheitsabstand für den Körper.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Impfungen?

Ja, alle von der STIKO empfohlenen Impfungen gehören zu den Kassenleistungen. Für Schwangere entstehen dadurch in der Regel keine zusätzlichen Kosten.

Sind die empfohlenen Impfstoffe für das ungeborene Kind sicher?

Die empfohlenen Impfstoffe gegen Grippe und Keuchhusten gelten als inaktiviert und werden seit Jahren routinemäßig bei Schwangeren eingesetzt. Individuelle Fragen dazu klärt am besten die behandelnde Praxis.

Wo lässt sich der eigene Impfstatus vor einer Schwangerschaft prüfen?

Der Impfstatus lässt sich anhand des Impfausweises in der Hausarzt- oder Frauenarztpraxis überprüfen. Fehlende Impfungen können dort rechtzeitig vor der geplanten Schwangerschaft nachgeholt werden.

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Quellen

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