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Baby und Wasser: Ab wann Säuglinge trinken dürfen

Kurzantwort: In den ersten Monaten braucht dein Baby kein Wasser. Muttermilch oder Säuglingsnahrung decken den Flüssigkeitsbedarf vollständig. Wasser kommt dazu, wenn die dritte Breimahlzeit eingeführt ist — je nach Beikoststart meist mit sieben bis neun Monaten. Auch bei Sommerhitze braucht ein gesundes, voll gestilltes Baby keine zusätzlichen Getränke.

Der erste heiße Sommertag mit Baby bringt die Frage fast zwangsläufig mit sich. Draußen sind 32 Grad, alle trinken, und das Kind bekommt nur Milch.

Die Antwort der Fachgesellschaften ist an dieser Stelle klarer, als viele erwarten. Zusätzliches Wasser ist im ersten Halbjahr nicht nur überflüssig, es kann schaden.

Ab wann sich das ändert und was dann ins Glas gehört, steht in den deutschen Handlungsempfehlungen ziemlich genau beschrieben.

Warum Babys anfangs kein Wasser brauchen

Ein gesunder Säugling erhält über die Muttermilch — und wenn nicht gestillt wird, über die Säuglingsanfangsnahrung — ausreichend Flüssigkeit. So formuliert es das Netzwerk Gesund ins Leben.

Die WHO wird beim ausschließlichen Stillen noch deutlicher: In den ersten sechs Monaten sollen keine anderen Lebensmittel oder Flüssigkeiten gegeben werden, Wasser eingeschlossen, sofern es medizinisch nicht nötig ist.

Der Grund liegt in der Größe. Ein Babymagen fasst wenig. Was mit Wasser gefüllt wird, fehlt an Milch — und damit an Energie und Nährstoffen.

Dazu kommt die Nierenfunktion. Die Nieren eines Säuglings arbeiten noch nicht wie die eines Erwachsenen. Überschüssiges Wasser können sie nicht einfach ausscheiden.

Wann Wasser dazukommt

Der Zeitpunkt hängt am Beikostplan, nicht am Kalender. Mit der Einführung des dritten Beikostbreis soll dem Säugling zusätzlich zu Muttermilch oder Säuglingsnahrung Wasser angeboten werden.

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit übersetzt das in Monate: je nach Beginn der Beikosteinführung meist mit sieben bis neun Monaten.

Viel ist dabei nicht nötig. Als Richtwert gelten für vier bis zwölf Monate rund ein Liter Gesamtflüssigkeit am Tag. Drei Breie plus zwei Milchmahlzeiten liefern davon schon 800 bis 900 Milliliter. Etwa 200 Milliliter zusätzliches Getränk reichen also aus.

Welches Wasser und wie angeboten

Trinkwasser aus der Leitung ist dafür am besten geeignet. Abkochen ist nicht nötig. Lass das Wasser aber so lange laufen, bis es kalt aus der Leitung kommt — Standwasser aus der Leitung bleibt draußen.

Angeboten wird aus Becher oder Tasse, nicht aus der Nuckelflasche. Süße Getränke sollen vermieden werden. Das gilt für Saft und gesüßten Tee genauso wie für Limonade.

Wenn dein Kind das Wasser stehen lässt, ist das kein Problem. Das Angebot zählt, nicht die Menge.

Der Becher hat dabei einen zweiten Zweck. Trinken lernen gehört zur Beikost dazu, und aus einer Tasse geht das anders als am Sauger. Kleckern ist Teil der Übung.

Hitze ändert daran nichts

Ein voll gestilltes oder mit Säuglingsmilchnahrung ernährtes gesundes Kind braucht auch bei Sommerhitze keine zusätzlichen Getränke. Durch das Stillen nach Bedarf wird genug Milch gebildet, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken.

Praktisch heißt das: häufiger anlegen statt Wasser geben. Dasselbe gilt laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit bei Fieber, Durchfall oder Erbrechen — gestillte Säuglinge werden dann öfter angelegt.

Warum zusätzliches Wasser riskant sein kann, beschreibt das Netzwerk Gesund ins Leben so: Säuglinge trinken aus Hunger zu viel von der verdünnten Nahrung und können das zusätzliche Wasser über die Nieren nicht ausscheiden.

Sobald Beikost läuft, ändert sich das Bild. Dann gehört an heißen Tagen ein Becher Wasser zur Mahlzeit, wie an jedem anderen Tag auch.

Anzeichen für Flüssigkeitsmangel

Beim Säugling gehören eine eingesunkene Fontanelle und Durstfieber zu den Symptomen. Babys und Kleinkinder haben dann deutlich weniger nasse Windeln. Sie wirken abgeschlagen, unruhig oder weinerlich und weinen unter Umständen ohne Tränen.

Diese Zeichen sind ein Fall für die Kinderarztpraxis, nicht für eigene Versuche mit der Flasche. Bei einem Säugling geht das schnell, deshalb lieber einmal zu früh anrufen. Deine Hebamme ist in den ersten Wochen die zweite Anlaufstelle.

Ab dem ersten Geburtstag

Mit dem Übergang zum Familienessen dreht sich das Verhältnis um. Milch ist dann eine Mahlzeit unter mehreren, und Getränke übernehmen die Flüssigkeitsversorgung.

Für Kinder von einem bis unter vier Jahren gilt als Richtwert rund 820 Milliliter Wasser über Getränke pro Tag. Für Vier- bis unter Siebenjährige sind es etwa 940 Milliliter.

An der Auswahl ändert sich wenig. Wasser und ungesüßte Getränke bleiben die Empfehlung, süße Getränke sollen weiter vermieden werden. Der Becher bleibt dem Nuckelfläschchen vorzuziehen, weil dauerndes Nuckeln an gesüßten Getränken den Zähnen schadet.

Feste Trinkzeiten helfen vielen Familien über die Umstellung. Zu jeder Mahlzeit ein Becher, dazwischen etwas Erreichbares auf dem Tisch — mehr Steuerung braucht es meistens nicht.

Häufige Fragen

Ab wann darf mein Baby Wasser trinken?

Sobald die dritte Breimahlzeit eingeführt ist. Das ist je nach Beikoststart meist mit sieben bis neun Monaten der Fall.

Muss ich das Wasser abkochen?

Nein. Leitungswasser eignet sich am besten und muss nicht abgekocht werden. Lass es vorher ablaufen, bis es kalt kommt.

Braucht mein Baby bei Hitze extra Wasser?

Ein gesundes, voll gestilltes Baby braucht das nicht. Leg stattdessen häufiger an.

Wie viel Wasser ist mit acht Monaten genug?

Etwa 200 Milliliter zusätzliches Getränk am Tag reichen, wenn drei Breie und zwei Milchmahlzeiten dazukommen.

Darf mein Baby Tee oder Saft bekommen?

Süße Getränke sollen vermieden werden. Wasser ist das Getränk der Wahl, angeboten aus Becher oder Tasse.

Was passiert bei zu viel Wasser?

Säuglinge können überschüssiges Wasser über die Nieren nicht ausscheiden. Deshalb wird im ersten Halbjahr auf zusätzliches Wasser verzichtet.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Lena, Redaktion elternerlebnis.de — sie schreibt hier über Kinder, Alltag mit Familie und die Fragen dazwischen.


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