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Fieber beim Kleinkind: wann zum Arzt, wann abwarten

Kurzantwort: Bei Babys in den ersten drei Lebensmonaten gehört jede Temperatur ab 38 °C sofort ärztlich abgeklärt. Bei Kindern unter zwei Jahren rufst du an, wenn das Fieber länger als einen Tag dauert, ab zwei Jahren nach drei Tagen. Unabhängig vom Alter und von der Zahl auf dem Thermometer gilt: Bei Nackensteife, nicht wegdrückbarem Hautausschlag, Atemnot, Krampfanfall oder Teilnahmslosigkeit rufst du den Notruf 112.

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Fieber gehört zur Abwehr des Körpers. Er fährt die Temperatur hoch, weil Viren und Bakterien sich dann schlechter vermehren. Deshalb muss nicht jedes Fieber gesenkt werden.

Was Eltern nachts umtreibt, ist eine andere Frage: Ab wann ist die Grenze überschritten? Die Antwort hängt weniger an der Temperatur als am Alter des Kindes und daran, wie es sich verhält.

Ab wann es Fieber heißt

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nennt auf kindergesundheit-info.de klare Stufen:

  • 36,5 bis 37,5 °C — normal
  • 37,6 bis 38,4 °C — erhöhte Temperatur
  • ab 38,5 °C — Fieber
  • ab 39,0 °C — hohes Fieber

Bei Neugeborenen liegt die Grenze niedriger: Dort gilt schon ab 38 °C Fieber.

Die Höhe der Temperatur sagt wenig über die Schwere der Erkrankung. Ein Kind mit 39,5 °C, das trinkt und zwischendurch spielt, ist meist unauffälliger als ein Kind mit 38,3 °C, das nur noch teilnahmslos daliegt.

Kleinkind mit Fieber — wann zum Arzt

Die Altersregeln sind die wichtigste Orientierung:

  • 0 bis 3 Monate: ab etwa 38 °C sofort in die Praxis oder Klinik. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rät dazu ausdrücklich auch dann, wenn das Baby sonst unauffällig wirkt — bei etwa einem von zehn Säuglingen steckt ein behandlungsbedürftiger Harnwegsinfekt dahinter.
  • 3 Monate bis 2 Jahre: wenn das Fieber länger als einen Tag anhält.
  • ab 2 Jahren: wenn das Fieber länger als drei Tage anhält.

Dazu kommt: Jede Verschlechterung nach einer Besserung gehört abgeklärt. Wenn ein Kind schon fast wieder fit war und dann erneut hoch fiebert, ist das ein Grund anzurufen.

Was beim Anruf hilft

Leg dir vorher drei Angaben zurecht: seit wann das Fieber besteht, wie hoch und womit gemessen, und wie viel das Kind in den letzten Stunden getrunken hat. Dazu alles, was neben dem Fieber auffällt — Ausschlag, Durchfall, Ohrenschmerzen, Husten.

Außerhalb der Sprechzeiten ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 erreichbar. Er vermittelt an die diensthabende Praxis und schickt bei Bedarf einen Hausbesuch. Bei den Warnzeichen im nächsten Abschnitt wählst du dagegen sofort 112.

Die Warnzeichen, bei denen du nicht wartest

Unabhängig von Alter, Temperatur und Dauer brauchen diese Situationen sofortige Hilfe:

  • Nackensteife — das Kind kann den Kopf kaum nach vorn beugen. Möglicher Hinweis auf eine Hirnhautentzündung.
  • Hautausschlag, der sich nicht wegdrücken lässt, wenn du ein Glas darauf drückst.
  • Atemprobleme — sehr schnelle, angestrengte Atmung, Stöhnen, Einziehungen zwischen den Rippen.
  • Fieberkrampf.
  • Teilnahmslosigkeit, schrilles Schreien oder starke Berührungsempfindlichkeit.
  • Austrocknung — eingefallene Augen, sehr trockene Lippen, kein Urin über zwölf Stunden.

In diesen Fällen ist der Notruf 112 richtig, nicht das Abwarten bis zur Praxisöffnung.

Richtig messen

Rektal ist die zuverlässigste Methode und bei kleinen Kindern die empfohlene. Die Spitze wird ein bis maximal zwei Zentimeter eingeführt, gemessen wird etwa eine bis anderthalb Minuten.

Im Ohr zu messen funktioniert, verlangt aber Übung und exakte Handhabung. Im Mund ist ab etwa fünf bis sechs Jahren sinnvoll. Unter der Achsel wird erst im Schulalter gemessen, und dort rechnest du 0,5 °C hinzu.

Nach Toben, Schreien oder dickem Einpacken ist der Wert zu hoch. Wenn du unsicher bist, misst du 20 Minuten später noch einmal.

Was zu Hause hilft

Das Wichtigste ist Trinken. Für Kleinkinder unter zehn Kilogramm nennt kindergesundheit-info.de etwa 100 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht am Tag, verteilt in kleinen Portionen.

Dazu Ruhe, leichte Kleidung und ein nicht überheiztes Zimmer. Wadenwickel wirken nur, wenn die Beine warm sind — bei kalten Füßen oder Schüttelfrost sind sie falsch.

Fiebersenkende Mittel sind erst ab mehr als 39 °C und nur bei deutlich beeinträchtigtem Kind sinnvoll. Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht, nicht nach dem Alter. Acetylsalicylsäure darf bei fiebernden Kindern nicht gegeben werden. Frag bei der Wahl des Mittels in der Praxis oder Apotheke nach.

Fieberkrampf

Etwa drei bis fünf Prozent der Kinder erleben einen Fieberkrampf, meist zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. Er dauert in der Regel einige Minuten und hört von selbst auf.

Was du tust: das Kind auf eine weiche, ebene Fläche legen, nichts in den Mund schieben, nicht festhalten, auf die Uhr schauen. Danach ärztlich abklären lassen, beim ersten Mal immer über den Notruf.

Ein einzelner Fieberkrampf ist erschreckend anzusehen und meist folgenlos. Trotzdem gehört jeder erste Krampfanfall untersucht.

Häufige Fragen

Ab welcher Temperatur muss ein Kleinkind zum Arzt?

Eine feste Zahl gibt es ab dem vierten Lebensmonat nicht. Entscheidend sind Dauer und Verhalten: über einen Tag unter zwei Jahren, über drei Tage ab zwei Jahren, sofort bei Warnzeichen.

Warum gilt bei Säuglingen schon 38 °C?

Babys können nicht zeigen, wie es ihnen geht, und ihr Immunsystem ist noch unreif. Deshalb wird in den ersten drei Monaten früher untersucht.

Muss ich Fieber senken?

Nur wenn das Kind stark leidet. Als Richtwert gilt mehr als 39 °C. Fieber selbst ist Teil der Abwehr.

Wie lange darf Fieber dauern?

Ein unkomplizierter Infekt fiebert oft drei Tage. Länger als drei Tage gehört abgeklärt, bei Kindern unter zwei Jahren schon nach einem Tag.

Wie viel soll ein fieberndes Kind trinken?

Bei einem Gewicht unter zehn Kilogramm etwa 100 Milliliter pro Kilogramm und Tag, über den Tag verteilt.

Sind Wadenwickel noch zeitgemäß?

Sie helfen, wenn die Beine warm sind. Bei kalten Extremitäten oder Schüttelfrost sind sie unwirksam und unangenehm.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Lena, Redaktion elternerlebnis.de — sie schreibt hier über Kinder, Alltag mit Familie und die Fragen dazwischen.


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