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Kind hat Wasser im Ohr: Was hilft und wann zum Kinderarzt

Kurzantwort: Wasser im Ohr läuft meist von allein ab. Hilf nach, indem dein Kind den Kopf zur betroffenen Seite neigt und auf einem Bein hüpft. Tupfe die Ohrmuschel mit einer Handtuchecke ab oder föhne lauwarm aus etwa zehn Zentimetern Abstand. Wattestäbchen gehören nicht in den Gehörgang. Zum Kinderarzt gehst du, wenn das Ohr juckt, rot und geschwollen ist, schmerzt, Flüssigkeit austritt oder Fieber dazukommt.

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Nach dem Schwimmbad schüttelt dein Kind den Kopf, klopft sich ans Ohr und sagt, es höre „wie unter Wasser“. Das Gefühl ist unangenehm, aber harmlos. Ein paar Tropfen sind im äußeren Gehörgang hängen geblieben, meist hinter einer kleinen Krümmung oder an etwas Ohrenschmalz.

Der Gehörgang endet am Trommelfell. Bei einem gesunden Ohr kommt Wasser dort nicht weiter. Es kann also weder ins Mittelohr noch „in den Kopf“ laufen. Das Problem beginnt erst, wenn das Wasser lange bleibt und die Haut aufweicht. Dann haben Keime leichtes Spiel.

So bekommst du das Wasser raus

Diese Handgriffe helfen, ohne dass etwas in den Gehörgang muss:

  • Kopf neigen. Das betroffene Ohr zeigt nach unten. Dein Kind hüpft ein paar Mal auf einem Bein oder schüttelt sanft den Kopf. Die Schwerkraft erledigt den Rest.
  • Ohrmuschel ziehen. Zieh die Ohrmuschel leicht nach hinten und oben. Das streckt den Gehörgang und öffnet den Weg nach draußen.
  • Abtupfen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rät, den äußeren Gehörgang mit einer Handtuchecke abzutupfen. Nicht hineinbohren, die aufgeweichte Haut ist empfindlich.
  • Föhnen. Ebenfalls eine Empfehlung des Berufsverbands: auf niedriger Stufe, lauwarm, aus etwa zehn Zentimetern Abstand. Das trocknet den Gehörgang, ohne ihn zu reizen.
  • Auf der Seite liegen. Beim Mittagsschlaf das nasse Ohr nach unten auf ein Handtuch legen.

Meist ist das Gefühl nach ein paar Minuten weg, spätestens nach Stunden. Bleibt es länger, sitzt vielleicht Ohrenschmalz davor, das aufgequollen ist. Dann hilft die Kinderarztpraxis mit einer Spülung.

Was du lassen solltest

Wattestäbchen. Sie schieben Ohrenschmalz tiefer und verletzen die weiche Haut. Kleine Risse sind Eintrittspforten für Bakterien. Der Berufsverband rät, Kinderohren nur außen mit dem Waschlappen zu reinigen.

Ohrentropfen ohne Absprache. Tropfen aus der Hausapotheke oder aus dem Internet gehören nicht ins Kinderohr, solange niemand das Trommelfell angeschaut hat. Bei einem Loch im Trommelfell oder einem Paukenröhrchen richten manche Tropfen Schaden an.

Finger und Nägel. Kinder kratzen sich gern im Ohr, wenn es juckt. Halt die Nägel kurz und lenk ab.

Gehörgangsentzündung: Wenn aus Wasser ein Problem wird

Wasser weicht die Haut im Gehörgang auf. Chlor reizt sie zusätzlich. So entsteht die Gehörgangsentzündung, medizinisch Otitis externa, im Englischen „swimmer’s ear“. Laut Berufsverband tritt sie besonders bei Kindern zwischen fünf und neun Jahren sowie zwischen zehn und 14 Jahren auf, also genau in dem Alter, in dem viel geschwommen und getaucht wird.

Die Zeichen:

  • Jucken im Ohr, oft das erste Symptom
  • geröteter, geschwollener Gehörgang
  • Schmerz, wenn du an der Ohrmuschel ziehst oder auf den Knorpel vor dem Ohr drückst
  • Flüssigkeit oder Sekret, das aus dem Ohr läuft
  • dumpfes Hören durch die Schwellung

Bei den ersten Anzeichen gehst du in die Kinderarztpraxis. Behandelt wird meist mit Ohrentropfen, manchmal mit einem getränkten Gazestreifen im Gehörgang. Die Beschwerden klingen dann in wenigen Tagen ab. In der Zeit bleibt das Ohr trocken: kein Schwimmen, und beim Haarewaschen deckst du das Ohr so ab, wie es die Praxis empfiehlt.

Mittelohrentzündung ist etwas anderes

Eltern denken bei Ohrenschmerzen nach dem Baden oft an das Mittelohr. Eine Mittelohrentzündung entsteht aber hinter dem Trommelfell, meist im Rahmen einer Erkältung. Wasser von außen erreicht diesen Bereich nicht. Laut Berufsverband erkranken mehr als 80 Prozent der Kinder in den ersten Lebensjahren mindestens einmal daran. Typisch sind heftige Schmerzen, häufig nachts, oft mit Fieber. Kleine Kinder greifen sich ans Ohr, wollen nicht essen und sind quengelig. Auch das gehört in die Praxis.

Wann du zum Kinderarzt gehst

  • Jucken, Rötung oder Schwellung am Ohr
  • Schmerzen, vor allem beim Ziehen an der Ohrmuschel
  • Flüssigkeit, Eiter oder Blut aus dem Ohr
  • Fieber zusammen mit Ohrbeschwerden
  • Hörminderung, die länger als einen Tag anhält
  • das Kind hat ein Paukenröhrchen oder ein bekanntes Loch im Trommelfell
  • starke Schmerzen, Schwellung hinter dem Ohr oder ein abstehendes Ohr: sofort, auch nachts

Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

Vorbeugen beim nächsten Badetag

Der Berufsverband nennt drei Wege: Ohren nach dem Schwimmen gründlich trocknen, bei häufigen Entzündungen eine Badekappe oder passende Ohrstöpsel tragen, und nach dem Schwimmen einen Tropfen Babyöl ins Ohr geben, damit die Haut nicht austrocknet. Sprich das mit der Praxis ab, wenn dein Kind ein Paukenröhrchen hat.

Übrigens: Zu wenig Ohrenschmalz erhöht laut Berufsverband das Risiko für Entzündungen. Es schützt die Haut. Regelmäßiges Ausputzen ist also kontraproduktiv.

Häufige Fragen

Wie bekomme ich Wasser aus dem Ohr meines Kindes?

Kopf zur Seite neigen, hüpfen, Ohrmuschel nach hinten oben ziehen, außen abtupfen, lauwarm föhnen. Nichts in den Gehörgang stecken.

Kann Wasser im Ohr eine Mittelohrentzündung auslösen?

Nein. Das Trommelfell trennt Gehörgang und Mittelohr. Wasser von außen kann eine Gehörgangsentzündung auslösen, keine Mittelohrentzündung.

Wie lange darf das Gefühl bleiben?

Meist ist es nach Minuten bis Stunden weg. Hält es bis zum nächsten Tag an oder kommen Schmerzen dazu, gehst du in die Praxis.

Darf mein Kind mit Paukenröhrchen schwimmen?

Das entscheidet die behandelnde Praxis. Frag vor dem ersten Badetag nach, ob und mit welchem Schutz dein Kind ins Wasser darf.

Woran erkenne ich eine Gehörgangsentzündung?

Jucken, Rötung, Schwellung und Schmerz beim Ziehen an der Ohrmuschel. Bei diesen Zeichen in die Kinderarztpraxis.

Sind Ohrstöpsel für Kinder sinnvoll?

Bei Kindern mit wiederkehrenden Gehörgangsentzündungen oder Paukenröhrchen ja. Für gesunde Ohren reicht gründliches Trocknen.

Quellen

Geschrieben von Lena, Redaktion elternerlebnis.de — sie schreibt hier über Kinder, Alltag mit Familie und die Fragen dazwischen.

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