Toxoplasmose in der Schwangerschaft: Risiko, Katzen und Ernährung

Kurz gesagt: Das größte Ansteckungsrisiko geht nicht von der Katze aus, sondern von rohem oder ungenügend erhitztem Fleisch und ungewaschenem Gemüse. Wer die Infektion vor der Schwangerschaft durchgemacht hat, ist geschützt. Eine Erstinfektion während der Schwangerschaft kann auf das Kind übergehen.

Die Katze muss meistens nicht ausziehen. Die Mettbrötchen schon.

Was Toxoplasmose ist

Der Erreger Toxoplasma gondii ist ein einzelliger Parasit. Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektion meist unbemerkt oder mit leichten grippeähnlichen Beschwerden.

Danach besteht in der Regel lebenslange Immunität – deshalb ist nur die Erstinfektion in der Schwangerschaft relevant.

Wie man sich ansteckt

Rohes Fleisch. Die häufigste Quelle: Mett, Salami, roher Schinken, kurzgebratenes Lamm oder Schwein.

Ungewaschenes Obst und Gemüse. Erdreste können Erreger enthalten.

Gartenarbeit. Kontakt mit Erde, in der Katzenkot war.

Katzenkot. Nur frisch ausgeschiedene Oozysten sind nach ein bis fünf Tagen ansteckend – und nur Katzen mit Freigang und Rohfleischfütterung scheiden sie überhaupt aus.

Eine reine Wohnungskatze mit Fertigfutter stellt praktisch kein Risiko dar.

Was für das Kind gilt

Eine Erstinfektion kann über die Plazenta übertragen werden. Das Risiko der Übertragung steigt im Verlauf der Schwangerschaft, die Schwere möglicher Folgen nimmt dagegen ab.

Mögliche Folgen betreffen vor allem Augen und Gehirn. Wird eine frische Infektion erkannt, gibt es eine medikamentöse Behandlung, die das Risiko senkt.

Der Test

Ein Antikörpertest zeigt, ob die Infektion bereits durchgemacht wurde. Er ist keine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen, sondern eine individuelle Gesundheitsleistung – bei begründetem Verdacht wird er jedoch übernommen.

Wer Antikörper hat, muss sich keine Sorgen machen. Wer keine hat, sollte die Hygieneregeln einhalten.

Die Regeln

Fleisch durchgaren – mindestens 70 Grad im Kern. Rohwurst und roher Schinken sind tabu.

Obst und Gemüse gründlich waschen.

Bei Gartenarbeit Handschuhe tragen und danach Hände waschen.

Katzenklo täglich reinigen – am besten von jemand anderem, sonst mit Handschuhen. Täglich deshalb, weil die Erreger erst nach ein bis fünf Tagen ansteckend werden.

Einfrieren bei minus 20 Grad über mehrere Tage tötet die Erreger im Fleisch ab.

Häufige Fragen

Muss die Katze weg?

Nein. Bei Wohnungskatzen mit Fertigfutter besteht praktisch kein Risiko.

Darf man Salami essen?

Rohwurst wie Salami besser nicht. Erhitzte Wurst auf der Pizza ist unbedenklich.

Wie erkennt man eine Infektion?

Meist gar nicht – deshalb der Bluttest.

Ist Mozzarella oder Rohmilchkäse riskant?

Dabei geht es um Listerien, nicht um Toxoplasmose. Auch hier gilt: Rohmilchprodukte meiden.

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion elternerlebnis.de — sie schreibt hier über Familienalltag, Kinder und Erziehung.


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