Sun Safety for Infants (7437141042)

Baby UV-Kleidung: Worauf du beim Sonnenschutz achtest

Kurzantwort: Säuglinge gehören laut Bundesamt für Strahlenschutz nicht in die pralle Sonne. Im ersten Lebensjahr soll auf Sonnencreme verzichtet werden, Schatten und Kleidung übernehmen den Schutz. Bei UV-Kleidung achtest du auf den UV STANDARD 801: Er prüft nass, gedehnt und gebraucht und vergibt UPF-Stufen bis 80.

Sonnenschutz beim Baby läuft anders als bei Erwachsenen. Die Haut ist dünner, die Eigenschutzzeit kürzer, und Eincremen fällt als Hauptstrategie aus.

Übrig bleiben zwei Werkzeuge: Schatten und Stoff. Beides klingt banal und macht am Ende den größten Unterschied.

Bei UV-Kleidung wird es dann schnell unübersichtlich. Auf dem Etikett stehen Zahlen und Normen, die sich stark unterscheiden — auch wenn sie ähnlich aussehen.

Was das Bundesamt für Strahlenschutz sagt

Die Ansage ist eindeutig: „Säuglinge gehören nicht in die pralle Sonne.“ Empfohlen wird ein schattiger Platz und sonnengerechte Kleidung.

Zum Eincremen heißt es dort: „Auf Sonnencreme sollte im ersten Lebensjahr verzichtet werden.“ Für ältere Kinder gilt die konsequente Anwendung aller Sonnenschutzregeln als Pflicht.

Zur Orientierung dient der UV-Index. Ab UV-Index 3 rät das BfS, Schatten aufzusuchen. Ab UV-Index 8 sollte man in der Mittagszeit möglichst im Haus bleiben.

Wo Sonnencreme zum Einsatz kommt, empfiehlt das Amt mindestens Lichtschutzfaktor 30, aufgetragen eine halbe Stunde vor dem Rausgehen.

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit wird bei der Altersgrenze noch konkreter: In den ersten zwölf Lebensmonaten sollte ein Kind gar keiner direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt sein. Sonnenschutzmittel sollen im ersten Lebensjahr möglichst nicht verwendet werden, weil sie die empfindliche Babyhaut unnötig belasten.

Warum das so streng gehandhabt wird, zeigt der Blick auf die Folgen. Hohe UV-Belastungen und Sonnenbrände bei Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen erhöhen laut BfS deutlich das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken — beim schwarzen Hautkrebs um das Zwei- bis Dreifache.

Warum Kleidung der beste Schutz ist

Das BfS formuliert es so: Den besten Sonnenschutz im Freien erreicht man mit Kleidung. Jedes Kleidungsstück schützt, wie gut, hängt vor allem vom Material und von der Dichte des Gewebes ab.

Die Faustregel lautet: je dichter gewebt, desto besser. Ein Stoff, durch den du gegen das Licht gehalten viel siehst, lässt auch UV-Strahlung durch.

Der Vorteil gegenüber Creme liegt in der Zuverlässigkeit. Ein Shirt verrutscht selten, wird nicht zu dünn aufgetragen und muss nicht nachgelegt werden.

UV STANDARD 801 und was der UPF bedeutet

UPF steht für Ultraviolet Protection Factor. Er gibt an, um welchen Faktor sich die Zeit verlängert, die man mit dem Textil in der Sonne verbringen kann.

Entscheidend ist, nach welcher Norm gemessen wurde. Die australisch-neuseeländischen und die europäischen Normen messen an neuwertigen, trockenen und ungedehnten Textilien.

Der UV STANDARD 801 geht weiter. Geprüft wird auch im nassen Zustand, gedehnt und nach Alterung, also unter realistischen Trage- und Gebrauchsbedingungen. Ausgewiesen wird am Ende nur der niedrigste ermittelte Wert.

Zertifiziert wird in Stufen: UPF 10, 15, 20, 30, 40, 60 oder 80. UPF 80 ist die höchste Stufe. Das BfS empfiehlt beim Kauf, auf den angegebenen Standard zu achten, und nennt den UV STANDARD 801 für alle Arten von Bekleidung.

Welcher Wert reicht? Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit nennt für Kinderkleidung einen UPF von mindestens 30. Je nach Höhe des UV-Index und Hauttyp kann Kleidung mit UPF 80 nötig sein.

Worauf du beim Kauf achtest

Ein paar Punkte, die im Laden weiterhelfen:

  • Prüfzeichen UV STANDARD 801 suchen, nicht nur eine nackte UPF-Zahl.
  • Langarm und lange Beine schlagen kurze Modelle — geschützt ist, was bedeckt ist.
  • Hut mit Nackenschutz dazu, passend zur BfS-Empfehlung.
  • Beim Baden: Kleidung, die nass geprüft wurde, behält ihren Schutz eher.

Was UV-Kleidung nicht leistet: Gesicht, Hände und Füße bleiben frei. Für diese Stellen bleibt Schatten das Mittel der Wahl, solange dein Kind unter einem Jahr alt ist.

Wenn du unsicher bist, wie du dein Baby im Sommer schützt oder ob eine Rötung schon ein Sonnenbrand ist, frag deine Kinderärztin oder deine Hebamme. Ein Sonnenbrand im Säuglingsalter ist ein Fall für die Praxis, nicht für Hausmittel.

Hut, Brille und Schatten

Kleidung deckt den Rumpf ab. Kopf, Augen und Füße brauchen eigene Lösungen.

Beim Hut nennt das BfS drei Anforderungen: Er soll die Ohren und den Nacken schützen und die Augen beschatten. Ein Modell mit Nackenlatz erfüllt das besser als eine Schirmmütze. Dazu kommen Schuhe, die den Fußrücken bedecken.

Für die Augen empfiehlt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit eine kindgerechte Sonnenbrille. Das BfS hält preisgünstige Brillen von seriösen Händlern für unbedenklich, sofern sie einen Herstellerhinweis zum absoluten UV-Schutz (UV 400) und ausreichenden Seitenschutz haben. Ein breitkrempiger Hut ersetzt die Brille nicht vollständig, weil weiterhin UV-Strahlung ins Auge gelangen kann.

Bleibt der Schatten als wichtigstes Werkzeug. Zwischen 11 und 15 Uhr sollten sich Kinder laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit nicht in der Sonne aufhalten.

Häufige Fragen

Braucht mein Baby überhaupt UV-Kleidung?

Wenn dein Kind draußen ist, ja. Das BfS setzt bei Säuglingen auf Schatten und sonnengerechte Kleidung, weil Sonnencreme im ersten Lebensjahr wegfällt.

Welcher UPF-Wert ist gut?

Für Kinderkleidung nennt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit mindestens UPF 30. Je nach UV-Index und Hauttyp kann UPF 80 nötig sein — zugleich die höchste Stufe des UV STANDARD 801.

Schützt ein normales T-Shirt auch?

Etwas schon, verlässlich nicht. Nicht fest gewebte Baumwoll-T-Shirts bieten laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit keinen ausreichenden Schutz und lassen vor allem im nassen Zustand UV-Strahlen durch.

Darf ich mein Baby eincremen?

Das BfS rät im ersten Lebensjahr davon ab. Danach empfiehlt es mindestens Lichtschutzfaktor 30, aufgetragen eine halbe Stunde vorher.

Verliert UV-Kleidung im Wasser ihren Schutz?

Nasse und gedehnte Stoffe schützen schlechter. Genau deshalb prüft der UV STANDARD 801 auch diese Zustände und weist den schlechtesten Wert aus.

Wann ist die Sonne für Babys am gefährlichsten?

Wenn der UV-Index hoch ist. Ab Index 3 rät das BfS zum Schatten, ab Index 8 dazu, in der Mittagszeit möglichst drinnen zu bleiben.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Lena, Redaktion elternerlebnis.de — sie schreibt hier über Kinder, Alltag mit Familie und die Fragen dazwischen.


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